Beobachtung:

Eines meiner größten Interessensgebiete  bzw. Arbeitsschwerpunkt bezieht sich auf die visuelle Beobachtung der Himmelsobjekte, zumeist die besonders tief im Weltall liegenden sog. Deep- Sky- Objekte wie z.B. Galaxien und Gasnebel.

Die visuelle Beobachtung erlsaubt es mittels unserer optischen Hilfsmittel die Himmelsobjekte hell, nahe und in hoher Schärfe beobachten zu können. Dabei ist die Entspannung und Faszination von hoher Bedeutung. 

Das besondere an der visuellen Beobachtung im Gegensatz zu der fotografischen, spektroskopischen oder gar radioastronomischen Beobachtung ist der visuelle 3- D- Eindruck der Himmelsobjekte. Der sogenannte "Blick aus der Apollo - Kapsel", der den Sternfreund zumeist an den Himmel fesselt.

Ich beobachte mit ganz verschiedenen Teleskopen. Wichtig ist es jedoch gewisse Beobachtungstechniken zu beherrschen, und nach Möglichkeit Buch zu führen, bis hin zur Zeichnung des gesehenen Objektes. 

 

 

Folgend eine Objektdatei: Sie beinhaltet die gängisten astronomischen Beobachtungsobjekte incl. einer Kurzbeschreibung.

 

  

Objekte

unsere Sonne:

unsere Sonne ist unser Zentralgestirn. Im Teleskop unbedingt mit speziellen Sonnenfiltern beobachten - Erblindungsgefahr!

Schon in kleinen Teleskopnen zeigen sich je nach Aktivität Sonnenflecken, Flares oder im speziellen "H - Alpha- Teleskop" sogar Eruptionen auf der Sonnenoberfläche

Foto: Hans-Peter Bartz-Kracht

unser Erdenmond:

unser Mond ist gerade für Anfänger immer wieder athemberaubend im Teleskop anzusehen. Tausende kleine Krater, Verwerfungslinien, Schattenwürfe und die großen Mondmeere fesseln schon im kleinen Teleskop, insbesondere beim beidäugigen Sehen. Auch beim Mond ist ein spezielles Mondfilter anzuraten!

 

Foto: Hans-Peter Bartz-Kracht

Planet Merkur:

Merkur ist der sonnennächste Planet. Er ist schwierig zu beobachten. Selbst im leistungsstarken Teleskop zeigt sich lediglich ein kleines Scheibchen, je nach Winkel Sonne/Erde ein nur in Teilen beleuchteter Merkur.

Foto: Hans-Peter Bartz-Kracht

 Planet Venus:

Venus ist unser Nachbarplanet und gekennzeichnet durch seine dichte Wolkendecke. Im Teleskop zeigt sich daher keine Struktur. Wohl aber ist sie hell leuchtend und wie auch Merkur in Phasen zu sehen.

 

Foto: Hans-Peter Bartz-Kracht

 Planet Mars:

Mars ist unser Nachbarplanet andererseits. Bereits mit bloßem Auge ist seine rötliche Färbung erkennbar. In Zeiten großer Erdnähe kann im Amateurteleskop bereits Struktur auf der Oberfläche wie die Polkappen und die dunkle "Kontinent- artige" Albedostruktur erkannt werden.

 

Foto: Georg Görgen

 Planet Jupiter:

Jupiter ist der größte Planet im Sonnensystem, ein "Gasplanet". Bereits im Amateurteleskop ab 2 Zoll Öffnung erkennt man die großen äquatorialen Wolkenbänder und die vier "Gallileischen Monde". Im größeren Amateurteleskop offenbaren sich weitere strukturen und Farbenspiele.

 

Foto: Hans Kirch

 Planet Saturn:

Saturn ist der zweitgrößte Planet im System, auch ein Gasriese. Kennzeichnend ist sein Ring aus einer Art Eis-Gesteinsbrocken, der durch seine Gravitation gehalten wird. Bereits im 2- Zöller erkennt man dieses phantastische Ringsystem!

 

Foto: Hans Kirch

 Planet Uranus:

Uranus ist der vorletzte Planet, ein Gasriese. Kennzeichnend ist seine grünlich-bläuliche Färbung, hervorgehend aus seiner Methan- und Ammoniak- atmosphäre. Uranus ist im Amateurteleskop relativ uninteressant - zumindest wenn man Strukturen auf der Oberfläche sucht... 

 

Foto: Hans Kirch / Georg Görgen

 Planet Neptun:

Neptun ist der letzte / äußere Planet im System, ebenfalls ein Gasriese, ähnlich wie Uranus aus bläulich läuchtenden Gasen bestehend. Auch er bietet maximal eine winzige Scheibe im Okular des größeren Amateurteleskopes.

 

Foto: Georg Görgen

 Galaxien:

Galaxien sind riesige Milchstraßensysteme in Millionen und Milliarden von Lichtjahren Entfernung. Zu den bekanntesten gehört die hier abgebildete Galaxie M 51 in den Jagdhunden. Bereits im mittelgroßen Amateurteleskop lassen sich recht gut die Spiralarme erahnen.

 

Foto: Jörg Zborowska

 Gasnebel:

Gasnebel sind riesige Sternentstehungsgebiete im Weltall. Sie bestehen zumeist aus Ionisiertem Wassersrtoff und zweifach ionisiertem Sauerstoff. Der hier abgebildete "große Orionnebel" M 42 gilt als der schönste des Nordhimmels und zweigt bereits im 4- Zöller feinste Struktur, Heligkeitsvariationen und einen Vierfachstern im Zentrum!

 

Foto: Ingo Aderhold

 offene Sternhaufen:

Sternhaufen sind Sternansammlungen bedingt durch die Anziehungskraft / Gravitation der Sterne. Sie sind besonders gut bei schwacher Vergrößerung und mit dem einher gehenden großen Gesichtsfeld zu beobachten. Einer der bekantesten offenen Haufen sind die hier abgebildeten "Plejaden" M 45.  

 

Foto: Hans-Peter Bartz-Kracht

Kugelsternhaufen:

Kugelsternhaufen sind die Fortsetzung der Offenen Haufen, noch dichter mit Sternen gefüllt. Besonders im größeren Amateurteleskop ab ca. 5 Zoll entfalten die größten ihre volle Pracht indem sie in Einzelsterne aufgelöst werden können, und scheinbar dreidimensional im Okular stehen. Der bekannteste des Nordhimmels ist der hier abgebildete "M 13".

 

Foto: Jörg Zborowska

 Planetarische Nebel:

Planetarische Nebel (PN) sind Überbleibsel einst explodierter Sterne nach ihrem Sternleben. In ihren Zentren befinden sich zumeist "Weiße Zwerge". Die hellsten wie der hier abgebildete "Hantelnebel" M 27 gehören zu den Paradeobjekten für Telskope bei mittlerer bis hoher Vergrößerung. Strukturen meist sichtbar!

 

 

Foto: Jörg Zborowska

Kometen:

Kometen sind sogenannte "schmutzige Schneebälle", eine Art Staub- Eis- Gemisch. Geraten sie in Sonnennähe, so löst sich ein Teil der Materie durch die Wärme auf, wird von den Sonnenwinden weggetragen, und von der Sonne angeleuchtet - der charakteristische "Schweif" wird sichtbar. Große Kometen wie der hier abgebildete Komet Hyakutake waren selbst mit bloßem Auge erkennbar!

Foto: Hans Kirch

 

 

 

Folgend eine Objekttabelle für den fortgeschfittenen Amateur, mit Beobachtungsobjekten aus dem "Ingonometria" Atlas für Himmelsbeobachter... Tabelle in Bearbeitung! Zum Aufinden der Objekte empfieht sich eine gute Sternkarte wie z.B. der Uronometria Atlas für Himmelbeobachter ( Band I Nordteil sowie den Deep Sky Field Guide zum Uronometria). Im "Ingonometria" sehen wir die Karten, bestehend aus einem Gemisch von "The Sky" - Karten und Ausschnitten gescannt aus dem Uronometria.

 

Objektname

Typ

Sternbild

Beschreibung

       
 NGC 6229 Kugelsternhaufen   Herkules  9,4 mag hell, und damit ein eher schwächerer Kugelhaufen; helle Sterne ab 14 mag; bei 380 fach konnte im 12- Zöller die Randregion leicht rieselig gezeigt werden
 16 Vulpecula  Doppelstern

 Pfeil

 (Vulpecula)

 Dieser Doppelstern ist interessant wegen seiner mit 5,8 und 6,2 mag ähnlich hellen Komponenten. So ist er trotz seiner 0,8" Distanz durchaus ein Objekt für den guten 7- Zöller. Mit 10 Zoll ist bei guten Bedingungen ein deutlicher schwarzer Zwischenraum erkennbar. Vergrößerung ab 400 fach aufwärts wählen! 
 NGC 281 Emissionsnebel  Cassiopeia   Mit 32`ein ausgedehnter Gasnebel in nicht gleichmäßig runder Form. Beobachtungen mit großer Austrittspupille und UHC- Filter (wenig Sauerstoffanteil) ist Pflicht. Im Richfieldrefraktor eine wahre Wonne! Im hoch vergrößernden Teleskop zumeist verblassend!
 NGC 6905 Planetarischer Nebel   Delphin / Pfeil  Sternähnlicher Nebel 12. Helligkeit; Vorsicht wegen Kleinheit! Ähnlich M 57, nur viel kleiner und schwächer; mind. 100 fach empfehlenswert, ebenso wie der Einsatz des OIII - Filters und einem 10 - Zöller
 NGC 7008 Planetarischer Nebel  Cepheus  10,7 mag PN der kleineren Sorte mit 83" Ausdehnung. 13,2 mag Zentralstern. Völlig unverständlich, dass dieser tolle PN nicht bekannter ist. Er liegt direkt an einem relativ großen Stern, in seiner Struktur erstaunlich detailreich. Wirkt irgendwie bipolar; zwei helle Gebiete (eiförmig) von zwei schwächeren, längeren verbunden und ein großes "Ei" ergebend; in der Mitte ein Loch; deutlich drei Sterne im Nebel. Beobachtet im 12- Zöller. Sollte aber schon mir 6 Zoll drin sein. Beobachtung mit 8 Zoll erfolgreich.    
 NGC 6207 Galaxie   Herkules Galaxie beim Kugelsternhaufren M 13. 11,6 mag hell, klein, im 12- Zöller gut erkennbar 
 NGC 6826 Planetarischer Nebel  Schwan   Kleiner, sternförmiger PN. 10 mag hell und für diese Nebelart relativ große Ausdehnung. Ähnlich Eskimonebel. Nur schwächer. Zentralstern! Großer umgebender Ring direkt am Stern. Leicht grünlich. Bitte hochvergrößern. Im 12- Zöller ruhig einmal 400 fach.

 NGC 6888

(Crescentnebel)

 Planetarischer   Nebel  Schwan Im 6- Zöller bei hoher Stellung und guten Bedingungen höchstens mit viel Phantasie in der sternreichen Gegend um Gamma Cygny zu sehen. 8 Zoll aufwärts sind schon angebracht. Mit OIII - Filter extreme Sichtbarkeitsverbesserung! Bestes Filter hierfür! Nebel klar und ziemlich deutlich. Länglich und ausgedehnt. Recht scharf umrissen der Westteil. Hat Ähnlichkeit mit der großen Schwinge des Cirrusnebels, nur viel weniger strukturiert, kleiner, und deutlich lichtschwächer. Andeutungsweise zu erkennen der Ostteil. Beim indirekten Sehen entsteht der Eindruck einer "Eiform"! Ein Paradeobjekt für das lichtstarke Newtonteleskop (F / 4 - F /6) unter Einsatz des OIII- Filters.   
 NGC 404 Zwerggalaxie  Andromeda  Direkt bei beta And liegt diese 10,3 mag GX mit einer Ausdehnung von 6,1`und runder Form. Sie ist relativ gut beobachtbar mit 10 Zoll, vorausgesetzt, man positioniert beta außerhalb des Gesichtsfeldes, da er die GX sonst überstrahlt. 
 Q 3 C 273 Quasar  Jungfrau (Virgo)  Der nächste Quasar in ca.  3 Mrd. Lj. Entfernung: 13 mag schwaches "Pünktchen". Ab 6 Zoll so gerade sichtbar bei hoher Vergrößerung ab ca. 200 fach. Deutlich besser mit 8 Zoll. Selbst in Großteleskopen sieht man nicht mehr als ein "sterrnförmiges" Pünktchen ohne Struktur und Ausdehnung. Zum Aufinden reicht der Uronometria kaum aus. Genauere Detailkarten erforderlich.

 NGC 7662

"Blue Snowball"

 Planetarischer  Nebel Andromeda   Schöner, großer PN, rund, recht hell und einfach zu sichten; Stern am Rande des Nebelringes. Der Innenteil des Nebels ist deutlich lichtschwächer, womit sich eine Ringform ausbildet.  
 NGC 7006 Kugelsternhaufen  Delphin  Mit 10,6 mag ein schwacher KH, der mit 12 Zoll nicht mal ansatzweise aufgelöst werden kann. Bei schwacher V kann er zudem für einen Stern gehalten werden.

 NGC 7317

NGC 7318

NGC 7318 A

NGC 7319

NGC 7320

"Stephan`s Quintett" 

 Galaxiengruppe Pegasus 

 Galaxien von 12,6 -13,6 mag und Ausdehnungen vn 0,5` - 1,7`. Und das auf engem Raum. Das sagt wohl genug zur Beobachtbarkeit. E handelt sich hier um ein Grenzobjekt für den 9- Zöller. Im 12- Zöller eindeutig sichtbar, allerdings entstehen bei nur mäßigem Himmel massive Probleme die genaue Lage der Galaxien untereinander zu bestimmen. Bei indirektem Sehen blinken einem mal drei, dann viel, und kurz auch mal fünf Galaxien entgegen. Es empfiehlt sich zwar genügend AP, dennoch kann auf eine gwisse V ab ca. 100 fach nicht verzichtetb werden. 

Wenn man schon mal in der Gegend ist, lohnt ein Abstecher zur 9,5 mag GX NGC 7331, welche schon im kleinen bis mittleren Amateurgerät sichtbar wird, aber auch bei größerer Aparatur nicht berauschend wird. In ihrer Nähe haben wir dann noch schwächere GX, die von 13,5 - 15,8 mag reichen, und somit erst ab 14 Zoll Öffnung erfolgreich anvisiert werden können.    

 

NGC 2024 /

IC 434

Bernard 33

 

die legendäre und am meisten fotografierte Region um Zeta Orionis >

Flammennebel /

Pferdekopfnebel

 Emissionsnebel,

H-ß- Region,

Dunkelnebel

 Orion

 Man positioniere Zeta außerhalb des Gesichtsfeldes, und man sehe jeweils einen ausgedehnten, lichtschwachen Gasnebel in Form einer Emissions- Region. NGC 2024 mit 30 `Ausdehnung und einer etwa runden Form, stark zweigeteilt. Die relativ große Helligkeit verteilt sich auf die Fläche, sodass ein dunkler Himmel extrem viel bei der Sichtbarkeit hilft. Ab 8 Zoll erkennt man gut, dass dort eine diffuse Aufhellung ist. Im 12- Zöller sieht man schon eine relativ scharfe Abgrenzung, die große Zweiteilung, und weitere Dunkelstruktur. Ein Okular mit hoher AP und großem Eigengesichtsfeld ist anzuraten. Der Nebel füllt fast die meisten Gesichtsfelder aus.

IC 434 und B 33 bilden den Pferdekopfnebel.

Dieser wohl berühmteste fotografische Nebel ist visuell einer der schwierigsten Nebel für das mittlere Amateurteleskop. Er ist also ein typisches Fotografisches Objekt, dessen ohnehin schon geringe Helligkeit auf der Ausdehnung von 60`x 10`verläuft. IC 434 ist eine HII - Region mit besonders hohem Hydrogen-Beta- (Hß) Anteil. Vor dieser befindet sich der nicht (!) von Sternen zum leuchten gebrachte, also dunkle Dunkelnebel Bernard 33 (B33), welcher wie ein davor stehender Pferdekopf ausschaut.

Zur Beobachtung ohne Filter empfiehlt sich ein perfekter Gebirgshimmel. Auch mit Filtereinsatz sollte der Himmel dunkel sein. Während ein hauch von Nebel zu sichten theoretisch schon im 8- Zöller möglich ist, erfolgten die detaillierteren Beobachtungen nur mit Geräten ab mind. 16 Zoll aufwärts! Deep Sky, UHC und OIII, sowie eigentlich alle gängigen Breit- und Schmalbandfilter- Filter helfen nicht weiter. Zu verwenden ist nahezu zwingend ein spezielles H-ß - Filter, welches extrem schmalbandig nur noch diese Linie durchlässt. Mit diesem Filter konnten auch wir den Nebel im 10- Zöller und 12- Zöller als gewisses undefinierbares "Etwas" wahrnehmen. Bei B 33 von einem Pferdekopf zu sprechen wäre vermessen. Man erkennt den Dunkelnebel vielmehr indirekt, genau wie den Nebel ansich durch die Unterschiedlichkeit / Kontrast dieser beiden Regionen. Eines alleine wäre sicher viel schwieriger auszumachen. Hilfreich ist es das Teleskop in der Region hin und herzuschwenken. Dann wird am ehesten der Unterschied zur normalen Sternregion deutlich.