Astrofotografie

Wie heisst es so schön... "Astrofotografie ist die höchste Kunst der Fotografie". Neben der Beachtung der "Foto- Optischen - Gesetze" findet sie unter erschwerten Bedingungen nachts, teils in Kälte, teils unter windigen und widrigen Bedingungen statt. Und: es ist dunkel. Die zu fotografierenden Objekte sind extrem lichtschwach. Der Astrofotograf muss also in der Regel sehr lange belichten, mit Fotofilm teils bis zu einer Stunde, mit digitalen Fotomedien oftmals mehrere Minuten. Das Fernrohr wird in der regel als Objektiv verwandt, die Vergrößerungen sind also sehr hoch, die Anzahl möglicher Fehler auch. Des weiteren muss der Astrofotograf die Bewegung der Sterne, verursacht durch die Erddrehung, ausgleichen. Dazu bedient er sich speziellen Fernrohrmontierungen, die automatisch den Sternen nachführen. Dabei kommt es sehr schnell zu weiteren Fehlern. Weitere Hilfsmittel wie Leitfernrohr, Fadenkreuzokular / CCD- Autoguider, Drahtauslöser / digitale Drahtauslöser, spezielle Filter u.a.sind zumeist unerlässlich.   

Bei der Astrofotografie ist es zum einen wichtig, die Bilder scharf, lange genug belichtet und gut nachgeführt aufzunehmen. Im zweiten Teil ist es ähnlich wichtig, das Optimale aus dem "Rohbild" fototechnisch herauszuholen. Ich bearbeit hierzu digital gewonnene Bilder mittes Spezialsoftware am PC. Hierzu werden beispielsweise Komposite aus mehreren Einzelbildern erstellt, und diese via Bildbearbeitungsprogramm bearbeitet (Kontrast, Farbe usw.) .

Folgt ein Beispiel:

links ist ein Rohbild von M 33, rechts die nachbearbeitete Version. Solch eine Nachbearbeitung kann bis zu mehreren Stunden am PC in Anspruch nehmen...:

 

      

oben: Spiralgalaxie M 33, "Rohbild" links, bearbeitetes Bild (rechts)

 

 

Aufnahmetechnik:

Es gibt in der Astrofotografie viele Methoden und Techniken der Aufnahme. Eine mögliche, von mir gerne angewendete ist us Methode...

 

Bild: zeigt die fertige Kameraadaption am Teleskop zur Fotografie in der Fokalprojektion

 

Aufnahmeinstrument ist ein APO Refraktor Linsenteleskop, welches ich mir zu diesem Zweck vom Teleskop-Service ausleihe.

Dieses Teleskop hat astrofotografisch 5 große Vorteile:

- sehr scharfe kontrastreiche Abbildung

- hohe Lichtstärke (schnelles Öffnungsverhältnis)

- geringes Gewicht und kleine Ausmaße (gut und stabil montierbar)

- massive und präzise Mechanik (genaues Einstellen des Fokus,  schweres fotografisches Zubehör verwendbar)

- ausrechend Backfokus zum Anbringen diversen Zubehörs

 

 

 

Die Kameraadaption:

 

 

 

Die Kameraadaption besteht aus folgenden Komponenten:

- TS Flat 2: ein sehr universeller Bildfeldebner, mittels entsprechender Adation optimal ausgerechnet um in Verbindung mit dem Refraktor ein planes Bildfeld bis in die Randregionen zu erreichen

- Adaption: die besagte Adaption ist ein ganz wesentlicher Faktor, und verbindet die einzelnen Komponenten miteinander. Die exakten Abstände welche von Nöten sind lassen sich somit erreichen. Durch den Austausch eines Adapters kann auch anderes Equipment, wie z.B. ein Filterrad, integriert werden. Die hohe Kunst der richtigen Adaption ist somit oftmals ausschlaggebend für Erfolg oder Mißerfolg!

- TS OAG 27: ein Off Axis Guider zweigt etwas Licht vom Lichtweg des Teleskopes ab. Mittels eines Prismas wird dieses um 90° versetzt nach oben geleitet. An dieser Stelle wird das Fadenkreuzokular oder ein Autoguider angebracht

- Beleuchtetes Fadenkreuzokular oder Autoguider: ermöglicht auch während der Fotografie die ständige Kontrolle der Position des sog. "Leitsterns". Auf mögliche Abweichungen kann sofort reagiert werden.

- Kamera: die Canon EOS 350 D ist eine digitale Spiegelreflex Kamera. Sie ermöglicht Langzeitaufnahmen von Deep Sky Objekten oder auch kurz belichtete Planetenbilder. Bereits viele Features sind integriert, um erfolgversprechende Grundeinstellungen zu treffen. Alternativ können auch andere Kameras verwendet werden, z.B. Webcams für Planetenaufnahmen oder CCD Kameras für die Aufnahme sehr lichtschwacher Deep Sky Objekte

 

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Folgend einige meiner Bilder, die ich am 20" Spiegelteleskop in der VDS Sternwarte Kirchheim gewinnen konnte. Als Kamera dienste eine Canon EOS 350 D mit umgebautem IR- Sperrfilter und ohne IR Sperrfilter. Es handelt sich zumeist um Einfachaufnahmen, ca. 1 - 5  Minuten belichtet bei 800 ASA.

 

 

Die neuen Kirchheim - Bilder 2009: 

 

Cirrusnebel - westlicher Teil - Komposit aus 3 Aufnahmen, mit OIII Filter  & Larsson Sekania Filter

 

 Orionnebel M42, Komposit aus 3 Aufnahmen, farbneutral

 

 Gasnebel NGC 281, Einzelbild , dafür aufwendige fototechnische Nachbearbeitung

 

 Galaxie NGC 891, Komposit aus 2 Aufnahmen, Deep Sky Filter, externer dark frame

 

Flammennebel NCG 2024, Komposit aus 3 Aufnahmen, farnbeutral

 

 

 Die alten Kirchheim Bilder 2007:

östlicher Teil des Cirrusnebels

 

westlicher Teil des Cirrusnebels  

 

Galaxie M 33

 

"Kleiner Hantelnebel" M 76

 

Zwerggalaxie NGC 404 (rechts)

 

Orionnebel M 42 (Komposit aus drei Einzelbildern)

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U.S. Bild ist die NGC 7000- Nordamerikanebel- Aufnahm. Ort ist die Emberger Alm / Kärnten am ITT 2008. Aufgenommen mit dem 4" Bosma APO Refraktor.