Maß der Dimensionen -

 

 

 

oder

 

 

der Versuch des Menschen sich etwas zu bauen, was er versteht, was ihm Sicherheit verschafft, und was er am liebsten beherrschen möchte…

 

 

von Ingo Aderhold

 

 

 

 

Zeit, Raum, Energie… Wer weiß was es noch gibt? Betrachten wir einmal mögliche Dimensionen, wie wir sie gemein hin definieren:

 

Die ersten drei Dimensionen bezeichnen den Raum – den für uns sichtbaren und kognitiv erfassbaren Raum wohl gemerkt. Folgt Zeit als vierte Dimension, bzw. die Raumzeit, die bekanntlich lt. Einsteins Relativitätstheorie als interagierende Dimensionen Raum und Zeit zu verstehen sind. Weitere mögliche Dimensionen sind vielmehr nur noch rechnerisch erfassbar, nicht beobachtbar oder messbar, zumindest nicht nach gängiger Lehrbuchmeinung oder mit aktuellen Meßmethoden. Solche weitere Dimensionen könnten Strings, Superstrings oder Branwelten sein, theoretische Gebilde für uns diffuser Natur. Da sich der Begriff Dimension an sich schwerlich festnageln lässt, könnten auch sog. Parallelwelten, Paralleluniversen,  Schwarze Löcher, ein Hyperraum oder wie auch immer sein. Theoretisch kann man auch die Gedankenwelt oder gar das Jenseits mit dem Begriff Dimension deklarieren. Ihr seht, wir befinden uns hier auf äußerst „wackligem Boden“, deren Teilaspekte zumeist nicht beweisbar sind, sondern nur anhand von Indizien oder des Ausschlussverfahrens vermutet werden können. Oftmals muss man von etwas ausgehen, um damit neue Thesen aufzustellen. Es ist wie ein Haus das auf lauter Eiern gebaut ist. Umso höher wir mit der Eierwand kommen, umso mehr ist das beginnende Haus auch einsturzgefährdet. - Besonders interessant gelten gemeinhin die Versuche Stephen Hawkings diesen, nennen wir es mal Phänomenen, eine Form zu geben, die wir mit unserem menschlichen Verstand, mhhh, sagen wir mal ansatzweise erahnen können….

 

Was aber ist nun das Maß für diese Dinge? Dies zu bestimmen dürfte ab der 5. Dimension an noch schwerer fallen, versuchen wir doch hier etwas Abstarktem eine Form zu verleihen. Ähnlich wie in der von mir persönlich nahezu vergötterten „Unschärferelation“ *(s.a. Filmbeitrag am Ende dieses Berichtes), wo man entweder nur die Position des Teilchens, oder aber nur dessen Geschwindigkeit messen kann, fehlt uns bei der Bestimmung der Dimensionsmaße jegliche Konstante! Zumindest bis das wir der Dimension klar messbare physische Formen zuschreiben können. 

Wie dem auch sei, fangen wir mal an…: Für den Raum (Länge, Breite, Höhe) gibt es eine festgelegte Maßeinheit, die beständig ist. Dies bezieht sich natürlich nicht auf physische Körper, die den Raum bilden, und beispielsweise durch Ausdehnung/Schrumpfung, temperaturbedingt, einer Veränderbarkeit unterworfen sind. Wobei es auch hier Maßeinheiten gibt unter welchen Bedingungen sich ein physische Körper wie weit verändert. Nein, der Raum an sich steht. Ein Meter ist ein Meter, oder nicht? Egal wo. Zumindest kennen wir es nicht anders…   Für Zeit und Raumzeit gibt es keine Längenangaben. Für Zeit gibt es zwar ein Jahr, Minute etc. Diese Angaben sind jedoch menschengemacht. Laut der allg. Relativitätstheorie Einsteins ist die Zeit aber in Wahrheit relativ, nicht konstant. Masse und Geschwindigkeit sind wesentliche Faktoren, die mit der Zeit in Verbindung stehen. Masse erzeugt im Universum die vermutlich wesentlichste Kraft, die Gravitation (auch Anziehungs- oder Schwerkraft). Diese Masse hat direkte Auswirkung auf Anziehung von Körpern, Geschwindigkeit eines Körpers, und auch wie der Verlauf der Zeit ist. – Masse, Geschwindigkeit und auch Schwerkraft können wir berechnen, das stimmt. Somit können wir auch menschlich gemachte Maßeinheiten hierfür vergeben. Aber was ist mit dem übergeordneten Komplex, der Raumzeit. Hier wird es deutlich schwieriger. Spätestens wenn wie durch Einstein und Rosen beschrieben derart hohe Massen auftreten, z.B. in einem Schwarzem Loch, dass die Zeit gen Null tendiert, oder tatsächlich einer Singularität weicht, also einem Zustand der Unabhängigkeit gegenüber „unseren“ physikalischen Gesetzen. Was ist dann? Richtig, jegliche Versuche menschlicher Formgebung brechen in sich zusammen.

 

Dies berücksichtigend gibt es noch ein  denkbares Maß für die Raumzeit: endlich oder unendlich. Folgende Frage stellt sich  nun: ist beides möglich, oder nur eines, und wenn, welches trifft zu?

 

Im allgemeinen Verständnis ist die Zeit unendlich. Der Mensch kann sich nicht vorstellen wie die Zeit enden soll. Selbst wenn er glaubt sich vorstellen zu können es gäbe keine Materie, kann sich der Mensch nicht vorstellen dass es keine Zeit gibt. Ok – er kann sagen natürlich kann ich das – aber in Wahrheit blendet er es nur aus. Das menschliche Gehirn ist nicht in der Lage sich vorzustellen dass es keine Zeit gibt. Und das ist sicherlich auch gut so – der Biologe würde es vielleicht „Ur- Schutz- Instinkt“ nennen oder wie auch immer. Wie dem auch sei, beim Raum verhält es sich da schon anders. In unserem Bewusstsein ist der Raum  gleich endlich oder unendlich. Zwar kann auch hier der Mensch nicht wirklich erfassen was das eigentlich bedeutet- laut derzeitigen Forschungen kann sich der Mensch nicht einmal 100 km richtig vorstellen. Wie ist es dann wohl bei einem Lichtjahr? Und wie bitteschön soll man sich einen unendlichen Raum vorstellen? Aber dennoch, der Mensch stellt sich in der Regel das eine oder das andere vor, endlicher oder unendlicher Raum. Endlich hieße, dass irgendwann das Universum (ich rede von dem für uns sichtbaren Universum) ein festes Ende hätte, also so eine Art Wand wonach nichts mehr kommt. Da sich freilich niemand eine Wand am Ende des Universums vorstellen mag, hat sich die weitere Definition entwickelt, die Größe des Raumes so zu definieren, indem man sagt: „der Raum ist so groß, wie die Objekte in ihm selbigen einnehmen. Was aber auch gleichsam heisst, dass bei sich ausdehnenden Objekten (laut der Urknalltheorie entfernen sich die Himmelskörper von ihrem Ursprungsort in alle Richtungen) der Raum immer größer wird, also ständig expandiert, er also sozusagen im Moment endlich ist, ressourcenmäßig gesehen aber unendlich ist.

 

Liebe Leser, ihr seht, dass nun auch die Definition endlich/unendlich beginnt zu schwanken. Später wird es diesbezüglich nocheinmal interessant, weil sich hier meine ganz persönliche Theorie zu entwickeln beginnt. Doch weiter im Text…

 

Oder ist der Raum doch ganz und gar unendlich? Wenn wir Bezug nehmend auf die allgemeine Relativitätstheorie davon ausgehen, dass Zeit und Raum in Wechselwirkung stehen, und Zeit unendlich ist, muss dann nicht auch der Raum unendlich sein? Oder ist der Raum doch endlich? Dann hieße es, dass der Raum eine feste Konstante hat (nämlich endlich ist), die Zeit aber sozusagen darüber steht, nämlich unendlich ist. Mit dem Ende des Raumes (z.B. bei der Urknall- Singularität) würde die Zeit also weiter bestehen. Dies wiederspricht jedoch der allgemeinen Meinung, wonach die Zeit während der Urknall – Singularität still steht, genauso wie es keinen Raum (im Sinne der Längen, Flächen- oder Höhenausdehnung) gibt. Ihr seht, es ist alles gar nicht so einfach mit den Definitionen. Und selbst mit den eigentlich sicher geglaubten „obersten“ Konstanten „endlich“ und/oder „unendlich“ scheint es wackelig zu werden.   

 

Was ist aber, wenn wir nicht mal mehr endlich von unendlich unterscheiden können? Beispielsweise wenn aus unendlich endlich wird oder umgekehrt? Sollten wir uns nicht spätestens dann fragen ob es überhaupt sinnhaft ist, das Universum menschengemachten Gesetzmäßigkeiten zu unterwerfen? Ja, endlich und unendlich scheint für uns unerlässlich zu sein. Der Mensch kann nicht anders als einer Dimension eine, und nur eine dieser beiden „gröbsten Eigenschaften“ zuordnen. Fakt ist jedoch, auch diese „Konstanten“ verlieren schnell an Konstanz wenn man bedenkt, dass auch sie menschengemacht sind.

 

Wie zum Beispiel verhält es sich, wenn wir von noch weiteren Dimensionen als der Raumzeit ausgehen? Beispielsweise könnte eine weitere Dimension „der Geist“ sein, falls es ihn gibt. Wenn dem so wäre, dann soll mir mal einer sagen was der Geist ist, endlich oder unendlich?!

 

Versuche zur Unendlichkeit:

 

Man nehme eine Kamera und positioniere sie vor dem Fernsehgerät. Wir nehmen auf. Umso gerader wir werden, umso besser erkennen wir die „Endlosschleife“. Erst sehen wir 1, dann 2, dann 3 Bilder (in den Bildern) usw.

(Siehe Filmbeispiel)...:

 

 

 

                           

 

... dann sehen wir lauter Bilder die perspektivisch in einen Punkt verlaufen. Vom Verstand her wissen wir, dass sich die Bilder im Punkt weiterhin fortsetzen, die Bilder also unendlich sind. Unser Verstandsagt uns aber auch, genauer gesagt die Geometrie, dass alles in einem Flucht – „Punkt“ zusammenläuft. Demnach gibt es, zumindest visuell gesehen, keine Unendlichkeit, oder? Ist ein einziger Punkt unendlich? Kann das Kleinste was wir kennen, nämlich ein Punkt, mathematisch gesehen ohne Ausdehnung, kann das unendlich sein? Kann das Kleinste Vorstellbare mit dem größten Vorstellbaren gleichgesetzt werden? Was ist die Antwort? Was passiert da im Fernsehbild? Wir sehen eine Unendlichkeit, und wir sehen keine Unendlichkeit. Wir sehen beides zusammen. Nunja, das ist ja nur ein visueller Trick mag man sich sagen. Dann nehmen wir mal die Realität. Teilen wir eine Zelle, immer weiter, bis zum Atom, spalten das Atom bis hin zu den Elementarteilchen, und dann? Was ist dann mit der Unendlichkeit. Können wir Materie unendlich teilen. Technisch nicht? Oder auch theoretisch nicht? Kommen wir irgendwann zum mathematischen Punkt, der keine Ausdehnung hat? Es gibt auf diese Frage keine Antwort ja oder nein. Also auch keine Unendlichkeit ja oder nein. Untermauern möchte ich meine Theorie damit, dass es alleine durch die Gesetze der Quantenmechanik, und hier wieder in Bezug zur oben bereits genannten Unschärferelation *(zum Verständnis dieses schwierigen Vorganges siehe folgendes Videomaterial) nicht möglich ist kleinste Teilchen wie die Quarks oder Quanten unendlich zu teilen, obwohl es nach der Logik möglich sein müsste, lassen die Erkenntnisse aus der Unschärferalation derartige Versuche absurd erscheinen. Aber was ist nun die Antwort? Wo bleibt die Unendlichkeit?

 

Meine Schlussfolgerungen: Es gibt die Unendlichkeit, und es gibt sie nicht. Es verhält sich wie mit zwei Polen, wie mit gut und böse, wie mit Materie und Antimaterie, es gibt nicht nur das eine oder das andere. Erst zusammen ergibt sich die Sinnhaftigkeit. Nennen wir dieses jetzt erforschte Phänomen mal die „endliche Unendlichkeit“. Die menschliche Vorstellungskraft reicht einfach nicht aus, um dieses Phänomen zu begreifen. Der Mensch ist vom Wesen her geneigt zu "polarisieren", in "Schubladen" zu denken, noch mehr: sich alles Untertan zu machen, auch das Wissen. Kann er dies nicht, bildet er sich theoretische Konstrukte, die ihm die nötige Sicherheit geben. Denkt mal darüber nach…

 

 

* folgend nun der o.g. Filmbeitrag zur Heisenbergschen Unschärferelation von Harald Lesch...

http://www.br-online.de/br-alpha/alpha-centauri/alpha-centauri-unschaerferelation-2002-ID1208358507623.xml

 

* und hier nun der Trickfilmbeitrag aus Bleep zur Heisenbergschen Unschärferelation, genauer zum berühmten Doppelspaltversuch.